DIE FUSSBALL-GRUPPENLIGISTEN EINTRACHT BÜRSTADT UND FSG RIEDRODE TRENNEN SICH LEISTUNGSGERECHT 0:0

14. September 2020 Autor: Claudio Palmieri (cpa) 

Bürstadt.Ohne Sieger und ohne Tore ist das Bürstädter Derby am zweiten Spieltag der Fußball-Gruppenliga über die Bühne gegangen: Die DJK Eintracht Bürstadt und die FSG Riedrode trennten sich am Sonntag 0:0-Unentschieden. Mit dem torlosen Remis konnten sich die Mannschaften gut anfreunden, beide Teams haben jetzt vier Zähler auf dem Konto. „Vom Verlauf hätte dieses Spiel keinen Sieger verdient gehabt“, meinte FSG-Trainer Duro Bozanovic: „Die Eintracht war in der ersten Halbzeit überlegen, wir waren dagegen sehr mutlos und hatten nicht die Laufbereitschaft und die Einstellung, die man in so einem Derby von Anfang an braucht. In der zweiten Halbzeit sind wir mit etwas spielerischem Übergewicht aus der Kabine gekommen.“

Riedrodes Andre Moos (l.) im Kopfball-Duell mit Bürstadts Vitali Becker.

Riedrodes Andre Moos (l.) im Kopfball-Duell mit Bürstadts Vitali Becker.

Benjamin Sigmund machte ein Chancenplus für seine Elf aus. „Im Vorfeld hätten wir für ein 0:0 unterschrieben“, fand Bürstadts Spielertrainer: „Wir waren dem Sieg ein Stück weit näher und sind vielleicht noch etwas enttäuscht, dass es nicht drei Punkte geworden sind. Ich kann mit dem Punkt aber gut leben und bin nicht unzufrieden.“ Unter der Woche hatte Sigmund noch der FSG die Favoritenrolle zugeschoben. Die ersten 15 Derbyminuten lieferten den 250 Zuschauern auf dem DJK-Sportplatz aber ein gegensätzliches Bild. Schon in der dritten Minute wurde es gefährlich vor dem Kasten von FSG-Torwart Chris Keilmann. Nach einer Ecke von Fabio Cappello schaute die Riedroder Innenverteidigung um Janis Wiesener und Henrik Wegerle dem Ball nur hinterher. Eintracht-Stürmer Andre Bandieramonte fackelte nicht lange, zog ab – und Keilmann klärte wiederum zur Ecke.

Auch bei der zweiten Standardsituation der Partie schien die FSG-Abwehr mit den Gedanken eher im nahegelegenen Schwimmbad zu sein. Von der Strafraumgrenze kam das Kunstleder gefährlich in den Sechzehner zurück, nach einem weiteren Ballkontakt lenkte Bandieramonte die Kugel zur vermeintlichen 1:0-Führung ins Tor (3.). Doch die Eintracht-Bank freute sich zu früh: Die Fahne des Linienrichters ging – nicht zum letzten Mal – nach oben. „Eine äußerst fragliche Entscheidung“, machte Sigmund eine tiefstehende FSG-Defensive aus: „Ein Gegenspieler stand fast auf der Linie. Das Riedroder Tor in der zweiten Halbzeit war dreimal klarer Abseits.“ Über Bandieramonte (5./Hereingabe) und Paul Herbel (6./Abseits) kam die Eintracht noch zweimal gefährlich in den Gäste-Strafraum, dann ließen auch bei den Platzherren die Kräfte ein wenig nach. Bei einem platzierten Drehschuss von Riccardo Presti (22.) wäre Keilmann jedoch nicht mehr drangekommen.

Die Spätsommerhitze war tödlich für das Tempo, das die FSG in den ersten 45 Minuten nie aufnahm. Sehr oft bildete Riedrodes Offensive eine Vierer- oder Fünferreihe, deren Sinn sich nicht jedermann erschloss. Auf die Idee, die Abstände zum Defensivverbund mit Laufarbeit zu verkürzen, kamen Sinisa Pitlovic und Co. über weite Strecken des ersten Durchgangs nicht. Die Folge: Außer Langholz und Versuchen aus der zweiten Reihe (René Salzmann, 35., knapp drüber), brachte die FSG wenig zustande. „In Ballbesitz haben wir viel zu wenig gemacht. Wir hatten zu viele Ballverluste“, räumte Bozanovic ein. Zu Beginn der zweiten Halbzeit probierte es FSG-Kapitän Tomislav Tadijan mit einem Gewalt-Freistoß, der sein Ziel verfehlte (47.). Dann zeichnete sich Eintracht-Ersatzkeeper Eric Kamprath – Jannik Hüter fehlte wegen einer Oberschenkelblessur – gegen Sinisa Pitlovic aus (48.). Ein Lattenknaller von FSG-Angreifer Vincenzo Lucchese erregte Aufsehen (53.), bevor Keilmann im Duell mit Xhino Dushaj stark die Oberhand behielt (56.). Vitali Becker für Eintracht Bürstadt (62.) und FSG-Mann Mario Basyouni per Volley-Abnahme (64.) hatten die nächsten Möglichkeiten, ehe erneut Keilmann – diesmal gegen Luca Schäfer – in höchster Not rettete (68.). In der Schlussphase war Riedrode offensiv etwas auffälliger. Der Treffer von Joker Patrick Landwehr nach toller Vorarbeit von André Moos und Timo Seyfried wurde aber wohl zu Recht nicht anerkannt (85.).

Für die FSG geht es am Mittwoch (19.30 Uhr) zu Hause gegen Aufsteiger 1. FCA Darmstadt weiter. Die Eintracht bekommt es am Donnerstag (19.30 Uhr) ebenfalls mit einem Neuling, dem VfR Groß-Gerau, zu tun.

© Südhessen Morgen, Montag, 14.09.2020

NACH 2:1 GEGEN VERBANDSLIGIST UNTER-FLOCKENBACH IM FINALE

 

 

Die FSG Riedrode steht im Finale des Fußball-Kreispokals. Im Halbfinale gegen den Verbandsligisten SV Unter-Flockenbach setzte sich die Elf von Duro Bozanovic/Andreas Keinz am Mittwochabend zu Hause mit 2:1 (1:0) durch. Im Endspiel, das am kommenden Mittwoch steigt, trifft der Gruppenligist auf Starkenburgia Heppenheim oder Eintracht Wald-Michelbach. Der Kreisoberligist und der Verbandsligist standen sich am Donnerstagabend im zweiten Semifinale gegenüber.

Das erste Pflichtspiel im Fußballkreis Bergstraße seit März zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Gastgeber Riedrode hielt das Corona-Sicherheitskonzept konsequent ein und ließ nur 250 Personen auf den Waldsportplatz – so viele sind in Hessen zurzeit bei Sportveranstaltungen genehmigt. Fußballfreunde, die keinen Zutritt mehr erhielten, suchten sich rund um das umzäunte Sportgelände einen Platz.

„Wir hatten Ordner auf dem Gelände, unser Stadionsprecher hat regelmäßig mit Durchsagen an die Zuschauer appelliert, die Abstände einzuhalten“, war FSG-Trainer Duro Bozanovic zufrieden mit der Umsetzung der Maßnahmen. „Ich habe meine Ansprache in der Kabine mit Maske vor meinen Spielern gehalten, die haben ebenfalls Masken getragen. Es ist in unser aller Interesse, dass der Fußball weitergeht“, machte Bozanovic deutlich.

Auf dem Platz entwickelte sich eine packende Begegnung, in der die FSG ihre Rolle schnell kannte. „Gegen so eine Mannschaft wie Unter-Flockenbach kannst du nicht groß mitspielen. Sie hatten gefühlt 90 Prozent Ballbesitz und waren mit ordentlichem Tempo unterwegs“, hielt Bozanovic fest: „Wir haben auf unsere Chancen gelauert, auf unser Umschaltspiel gesetzt und mit allem gekämpft, was wir hatten. Dafür sind wir belohnt worden.“

In der 7. Minute fand die FSG eine spielerische Lösung. Nach einer Flachpasskombination spielte Neuzugang René Salzmann den Ball präzise in Richtung Patrick Landwehr. Der Stürmer, der vor dieser Runde nach Riedrode zurückkehrte, ging den Weg in die Tiefe und erzielte nach einer starken Torwartparade im Nachschuss die 1:0-Führung. Salzmann und Jan-Marvin Dell vergaben im ersten Durchgang weitere gute Chancen für die FSG.

Der Ex trifft zum Sieg

Nach der Pause drängte Unter-Flockenbach auf den Ausgleich. In Minute 59 war es so weit: Nach einem Eckball für Riedrode lief der pfeilschnelle Lotfi Graidia auf der linken Außenbahn allen davon. Sein Zuspiel fand in Daniel Ehret einen fähigen Abnehmer – 1:1. Im weiteren Verlauf zeichnete sich Riedrodes Torwart Chris Keilmann mit tollen Rettungstaten aus, ein Gästeschuss prallte von der Latte ab.

Doch auch die FSG blieb gefährlich, unter anderem mit einem Pfostentreffer von Nils Schwaier (85.). Als sich alle schon auf das fällige Elfmeterschießen eingestellt hatten, schickte Janis Wiesener Gianluca Lucchese auf die Reise. Der Deutsch-Italiener, der im Sommer von Unter-Flockenbach zur FSG gewechselt war, ließ zwei Gegner stehen und traf gegen sein Ex-Team zum 2:1-Siegtreffer (90.+2).

© Südhessen Morgen, Freitag, 28.08.2020

Ausgeglichene Vorrunden-Bilanz winkt in der Fußball-Gruppenliga. Die FSG Riedrode erwartet den Spitzenreiter. Richtungsweisende Partien stehen für den VfR Bürstadt an.

 

BÜRSTADT - (jz). „Wir müssen uns jetzt endlich einmal wieder für unsere gute Leistung belohnen“, wünscht sich Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher von Fußball-Gruppenligist Eintracht Bürstadt am Sonntag vor eigenem Publikum gegen den Tabellenzwölften aus Büttelborn möglichst drei Punkte. „Dann würden wir die Vorrunde mit acht Siegen und acht Niederlagen abschließen“, könnte der Funktionär mit dieser Bilanz gut leben. Die Bürstädter werden aber auf ihren Top-Torjäger Paul Herbel verzichten müssen, der aus beruflichen Gründen in den nächsten vier Monaten nicht mehr zur Verfügung steht. Das ist ein herber Verlust für die Mannschaft von Trainer Benjamin Sigmund, denn Herbel hatte zuletzt einen guten Lauf und traf fast nach Belieben. Luca Schäfer sitzt noch eine Rot-Sperre ab, Niclas Herzberger kuriert nach wie vor eine Verletzung am Knie.

Der Aufsteiger FSG Riedrode geht mit Respekt in sein Heimspiel gegen Spitzenreiter SV Münster, wird aber nicht in Ehrfurcht erstarren. Dass die FSG auch gegen Spitzenmannschaften der Liga bestehen kann, das hat sie schon bewiesen. „Aber es wird schon eine Herausforderung für uns, denn Münster ist bis jetzt ungeschlagen und hat in seinen letzten sechs Spielen nur ein Gegentor kassiert“, weiß FSG-Trainer Andreas Keinz. Von seinem Team erwartet er indes eine klare Steigerung gegenüber der Partie gegen Hassia Dieburg vor Wochenfrist, die 2:2 endete. Dabei hatte Riedrode vor allem Probleme in den Zweikämpfen. Lukas Bamberg erlitt in Dieburg nach einem Zusammenprall zudem eine Platzwunde und wird gegen Münster noch pausieren. Jonas Ille und Oliver Schrah hingegen sind wieder fit und können wohl spielen. Dominic Kohl ist wieder im Lauftraining, sein Einsatz ist aber noch fraglich. Tomislav Tadijan musste zuletzt wegen muskulärer Probleme etwas kürzertreten. „Wir werden nicht zu viel riskieren“, macht Keinz klar.

Dem personell angeschlagenen VfR Bürstadt geht ein wenig die Luft aus, trotzdem will die Elf von Trainer Goran Barisic ihr Heimspiel gegen den SV Fürth unbedingt gewinnen. „Wir brauchen die Punkte, denn der Abstand nach unten wird kleiner“, weiß der Coach. Die nächsten vier Spiele werden richtungsweisend für sein Team, vermutet Barisic, der seine Mannschaft unter allen Umständen bis zur Winterpause auf einem Nicht-Abstiegsplatz halten will. Im neuen Jahr wollen die Bürstädter dann neu angreifen. Die Moral bei den VfR-Spielern stimmt schon mal, denn gegen die jüngste 1:3-Niederlage gegen Mitlechtern stemmte sich der VfR bis zum Schluss.

Bürstädter-Zeitung Freitag, 08.11.2019

Etliche Konkurrenten sehen den Fußball-Gruppenligisten als Mitfavoriten auf den Verbandsliga-Aufstieg, dieser gibt sich jedoch bescheiden und zurückhaltend. Die Zugänge aber haben es in sich.

 

RIEDRODE - (jz). Dass die FSG Riedrode in ihrem zweiten Jahr in der Fußball-Gruppenliga von manchem Zeitgenossen schon als Favorit gehandelt wird, überrascht kaum angesichts der namhaften Verstärkung, die sich die FSG in diesem Ausnahmesommer mit ins Boot geholt hat. Sollte die FSG vom Verletzungspech des Vorjahres verschont bleiben, dann könnte in Riedrode in naher Zukunft durchaus Fußball auf Verbandsliga-Niveau gespielt werden können.